Hallo zusammen,
ich bin seit Jahren mit Safaris in Ostafrika unterwegs und kenne mich mit Verhaltensregeln in der Wildnis aus – aber jetzt packe ich zum ersten Mal Japan an. Im August soll es nach Tokio und Osaka gehen, und ich merke, dass ich hier völlig neue Spielregeln habe.
Ich habe gelesen, dass Japan da anders tickt als Thailand oder andere asiatische Länder, wo ich schon war. Besonders interessiert mich: Wie streng sind diese Etikette-Regeln wirklich im Alltag? Ich bin schon 60+, also kein junger Backpacker – geht man mit älteren Touristen großzügiger um oder sind die Japaner da prinzipiell konsequent?
Konkret: Wie verhalte ich mich in vollgestopften Zügen, in Restaurants, auf der Straße? Gibt es kulturelle No-Gos, die Touristen ständig machen und keiner sagt was – oder bin ich als Ausländer automatisch aus dem Schneider?
Wäre dankbar für echte Tipps aus eurer Erfahrung!
Da kann ich dir aus meinen letzten drei Japan-Reisen viel Klarheit geben! Die Japaner sind tatsächlich konsequent, aber nicht unfreundlich – sie nehmen Rücksicht auf Unwissenheit von Ausländern, solange man erkennbar respektvoll ist.
In den Zügen: Keine lauten Telefongespräche, Musik über Kopfhörer, und die Sitze für Senioren sind wirklich tabu. Generell gilt: leise sein, Platz machen. Das ist kein Kulturrelativismus, das ist Grundregel.
In Restaurants: Slurpen ist OK und sogar erwartet, aber Stäbchen nicht stehen lassen (Todeassoziation), nicht in gemeinsamen Schüsseln herumwühlen. Bei Lokalen für Businessmänner wirkt es respektvoll, wenn man nicht ewig diskutiert, sondern ißt und geht.
Auf der Straße: Nicht essen und gehen (wirkt unhöflich), in Tempeln und Schreinen die Schuhe ausziehen. Im August ist es heiß – nutze die Klimaanlage dankbar, aber zieh dich angemessen an (keine Flip-Flops in besseren Restaurants).
Das Beste: Die Japaner mögen Respekt und Bemühung. Wenn du zeigst, dass du lernen willst, werden sie sehr hilfreic. Aus meiner vorigen Diskussion zu Tokio-Budgets kann ich dir auch sagen: Die Städte sind nicht so teuer, wie viele denken. Mit respektvollem Verhalten kommst du noch besser an die authentischen Ecken.