Ich plane für Ende Juni/Anfang Juli einen längeren Aufenthalt auf Java – Yogyakarta, Solo, Malang, vielleicht noch ein paar Tage in Richtung Bromo. Ich esse seit Jahren auf lokalen Märkten und an Straßenständen quer durch Südostasien, hab mir also schon ein gewisses Gespür erarbeitet. Trotzdem wüsste ich gern, was erfahrene Java-Reisende konkret als Indizien für hygienisch vertretbare Warung-Küchen nehmen.
Ich lese immer wieder die üblichen Floskeln: 'geh dahin wo viele Einheimische essen' oder 'achte darauf dass das Fleisch frisch ist'. Das hilft mir ehrlich gesagt wenig weiter, weil diese Faustregeln zu grob sind. Ich will konkreter wissen: Wie beurteile ich die Wasserquelle, die zum Spülen benutzt wird? Woran erkenne ich ob Eiswürfel aus aufbereitetem Wasser hergestellt wurden – das ist für mich auf Java immer eine Kernfrage. Welche Speisen sind generell riskanter (rohes Gemüse, bestimmte Saucen die stundenlang stehen)? Und gibt es spezifisch für Zentraljava oder Ostjava irgendwelche regionalen Eigenheiten die man kennen sollte?
Ich frage nicht weil ich ängstlich bin – nach 15 Jahren Eigenreisen wäre das merkwürdig. Aber ich möchte keine pauschalen Tipps die sich jeder aus dem Reiseführer zusammenkopieren kann.
Ehrlich gesagt kann ich zu Java-Straßenküchen speziell wenig beitragen, ich bin da kein Experte. Aber deine Frage zur Eiswürfel-Problematik find ich interessant, weil ich das Problem in ähnlicher Form aus europäischen Ländern kenne – man unterschätzt oft wie viel über das Wasser läuft, nicht nur beim Trinken.
Was ich gehört habe (von jemandem der öfter in Südostasien unterwegs war): Die runden Eiswürfel mit dem Loch in der Mitte kommen in der Regel aus industrieller Produktion mit aufbereitetem Wasser, die gesplitterten Eisstücke eher aus Leitungswasser-Blöcken. Ob das für Java spezifisch stimmt, kann ich nicht bestätigen.
Für deine konkreten Fragen zu Spülwasser und Soßen würdest du hier wahrscheinlich bessere Antworten von Leuten bekommen die wirklich regelmäßig auf Java sind. Ich steck da leider zu wenig drin.
Ach ja, noch ein Tipp am Rande: Ein paar Basics auf Indonesisch zu lernen hilft enorm, wenn man an Garküchen nach Zutaten fragen will oder einfach ins Gespräch kommt. Ich hab da gute Erfahrungen gemacht mit einem kleinen Reise-Vokabeltrainer, den mir ein Kollege empfohlen hat – reicht völlig für den Alltag. Indonesisch Expresskurs testen