Seite wählen

Ein unvergesslicher Roadtrip durch Portugal planen

Am Flughafen Porto stehst du mit dem Mietwagenschlüssel in der Hand und musst dich entscheiden: nach Norden ins Douro-Tal oder direkt an die Algarve im Süden, fast 500 Kilometer entfernt. Diese Entscheidung am ersten Tag bestimmt mehr über deinen Roadtrip durch Portugal als jede Packliste – denn Portugal ist auf der Landkarte klein, aber die Fahrzeiten zwischen den Regionen unterschätzen viele Reisende deutlich.

Die klassische Route führt von Porto über Coimbra und Lissabon bis zur Algarve, insgesamt etwa 750 bis 850 Kilometer je nach Umwegen. Wer zwei Wochen Zeit hat, kann das in einem ruhigen Tempo bewältigen, mit Tagesetappen von 100 bis 200 Kilometern und genug Puffer für Zwischenstopps. Bei einer Woche wird es eng, dann solltest du dich für eine Hälfte des Landes entscheiden, statt beide in Hetze abzuklappern. Eine Alternative, die viele unterschätzen, ist die reine Nordroute: Porto, Douro-Tal, Guimarães, Braga und der Peneda-Gerês-Nationalpark lassen sich in fünf bis sieben Tagen entspannt verbinden, ohne dass du mehr als drei Stunden am Stück fährst.

Die Autobahnen in Portugal sind gut ausgebaut, aber nicht kostenlos. Auf den mautpflichtigen Strecken, erkennbar an der Bezeichnung “Portagem”, zahlst du je nach Distanz zwischen zwei und fünfzehn Euro pro Fahrt. Ein Teil des Netzes arbeitet mit elektronischer Mauterfassung ohne Schranken, dort brauchst du entweder ein Transpondergerät, das größere Mietwagenfirmen gegen Gebühr anbieten, oder du zahlst nachträglich online oder in bestimmten Tankstellen und Postfilialen. Wer das versäumt, riskiert Mahngebühren, die deutlich höher ausfallen als die ursprüngliche Maut. Es lohnt sich, das bei der Autovermietung ausdrücklich anzusprechen, denn die Regelungen unterscheiden sich je nach Anbieter und Fahrzeugklasse.

Ein Mietwagen der Kompaktklasse kostet in der Hauptsaison zwischen 35 und 60 Euro pro Tag, in der Nebensaison oft die Hälfte. Hinzu kommen Benzin- oder Dieselkosten von aktuell rund 1,70 bis 1,90 Euro pro Liter, Parkgebühren in den Innenstädten von Lissabon und Porto sowie gelegentlich Gebühren für Zufahrten in historische Zentren, die per Kamera überwacht werden. Rechnest du Unterkunft, Verpflegung, Eintritte und Sprit zusammen, kommst du bei mittlerem Standard auf 80 bis 120 Euro pro Tag und Person, wenn du zu zweit unterwegs bist und dir das Auto teilt. Wer campt oder in Hostels übernachtet, kommt auch mit 50 Euro am Tag aus, wer gehobene Weingüter im Douro-Tal bucht, zahlt deutlich mehr.

Die beste Reisezeit für deinen Roadtrip durch Portugal hängt stark davon ab, welchen Teil des Landes du bereisen willst. Im Süden, an der Algarve, ist die Hauptsaison von Juni bis September mit Temperaturen um 28 bis 32 Grad, aber auch mit überfüllten Stränden und Preisen, die oft doppelt so hoch liegen wie im Frühjahr. Der Norden ist milder und regnerischer, im Winter fallen dort deutlich mehr Niederschläge als im Süden, das Douro-Tal zeigt sich zur Weinlese im September in kräftigen Farben. Für einen Roadtrip, der beide Regionen verbinden soll, empfehlen sich April bis Juni oder September bis Oktober: Die Temperaturen liegen dann bei angenehmen 18 bis 25 Grad, die Straßen sind weniger überlastet und die Unterkunftspreise moderater.

Reise-Tipps per E-Mail

Zwanzig kurze Tipps für die nächste Reise: Budget, Reisezeit, Absicherung, Impfungen, Papiere, Reisestil, Sprache und die Ziele, über die wir hier schreiben. Dazu die Reise-Checkliste als PDF. Kostenlos und jederzeit abbestellbar.

In diesem Zusammenhang lohnt sich auch ein Blick auf diesen Artikel zum Thema: Reisen mit Kleinkind: Packliste und Planung für den ersten Urlaub.

Wer im Hochsommer fährt, sollte einplanen, dass die Küstenstraßen an Wochenenden und Feiertagen verstopft sein können, besonders rund um Lagos und Faro. Auch Lissabon selbst wird im Juli und August spürbar voller, Parkplätze in der Altstadt sind dann kaum zu finden, und viele Reisende parken besser am Stadtrand und nutzen Bus oder Metro für den Rest. Das gilt ähnlich für Porto, dessen historisches Zentrum mit engen, teils kopfsteingepflasterten Gassen ohnehin nicht für Autos gemacht ist. Ein Roadtrip durch Portugal bedeutet deshalb auch, das Auto zeitweise stehen zu lassen und die Städte zu Fuß oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erkunden.

Für die Einreise nach Portugal als deutscher, österreichischer oder Schweizer Staatsangehöriger reicht der Personalausweis, ein Visum ist für Aufenthalte bis 90 Tage nicht nötig, da Portugal Teil des Schengen-Raums ist. Für Staatsangehörige anderer Länder gelten abweichende Regeln, die du vorab bei der portugiesischen Botschaft oder auf der Seite des Auswärtigen Amts prüfen solltest, da sich Einreisebestimmungen kurzfristig ändern können. Für den Mietwagen brauchst du einen gültigen Führerschein, der EU-Führerschein wird ohne Zusatzdokument anerkannt, bei Führerscheinen aus Nicht-EU-Ländern kann ein internationaler Führerschein verlangt werden, was du bei der Mietwagenfirma vorab klärst.

Eine Auslandskrankenversicherung ist innerhalb der EU über die europäische Krankenversicherungskarte grundsätzlich abgedeckt, ersetzt aber keinen Rücktransport im Ernstfall, weshalb eine separate Reiseversicherung sinnvoll ist. Zu Impffragen oder gesundheitlichen Vorbereitungen für die Reise berätst du dich am besten mit deinem Hausarzt oder einem Tropenmediziner, pauschale Empfehlungen sind hier wenig hilfreich, da sie von Vorerkrankungen und Reisestil abhängen.

Passend dazu haben wir einen weiteren Beitrag zum Thema: Handgepäck-Regeln 2026: Was bei welcher Airline erlaubt ist.

Eine Schattenseite, die selten erwähnt wird, sind die schmalen Landstraßen abseits der Autobahn. Im Landesinneren, etwa in der Serra da Estrela oder im Alentejo, wechseln sich gut ausgebaute Abschnitte mit engen, kurvenreichen Strecken ab, auf denen Traktoren und Radfahrer üblich sind. Wer nachts fährt, sollte zudem bedenken, dass Straßenbeleuchtung außerhalb der Städte selten ist und Wildwechsel vorkommen kann. Auch die Parkplatzsuche in kleinen Küstenorten wie Nazaré oder Sagres kann in der Hochsaison Zeit kosten, die man in der Reiseplanung besser einrechnet, statt sie als Ärgernis zu erleben.

Wenn du deinen Roadtrip jetzt konkret planen willst, beginne mit der Frage, wie viele Tage dir wirklich zur Verfügung stehen, und lege danach die Route fest, statt umgekehrt. Buche den Mietwagen frühzeitig, vor allem wenn du in der Hauptsaison reist, da automatikgetriebene Fahrzeuge in Portugal seltener verfügbar sind als Modelle mit Schaltgetriebe und schneller ausgebucht sein können. Prüfe rechtzeitig vor Abflug die aktuellen Einreisebestimmungen bei der portugiesischen Botschaft oder dem Auswärtigen Amt, auch wenn du als EU-Bürger derzeit keine gesonderten Formalitäten erwartest.

Häufig gestellte Fragen

Wie viel kostet ein Mietwagen in Portugal?

Ein Mietwagen der Kompaktklasse kostet in der Hauptsaison zwischen 35 und 60 Euro pro Tag, in der Nebensaison oft die Hälfte.

Wann ist die beste Reisezeit für Portugal?

Die beste Reisezeit für einen Roadtrip durch Portugal sind April bis Juni oder September bis Oktober, wenn die Temperaturen angenehm sind.

Wie hoch sind die Mautgebühren in Portugal?

Die Mautgebühren in Portugal liegen je nach Distanz zwischen zwei und fünfzehn Euro pro Fahrt auf mautpflichtigen Strecken.

Brauche ich ein Visum für Portugal?

Für deutsche, österreichische oder Schweizer Staatsangehörige ist kein Visum nötig, ein Personalausweis reicht für Aufenthalte bis 90 Tage.

Sind die Straßen in Portugal gut ausgebaut?

Die Autobahnen in Portugal sind gut ausgebaut, jedoch gibt es auch schmale Landstraßen, die kurvenreich und eng sein können.

* Partnerprogrammhinweis: Wir erhalten ggf. eine Werbekostenvergütung, die uns hilft, dieses Angebot zu betreiben. Für dich entstehen keine Mehrkosten.

Zu diesem Beitrag: Mit KI-Unterstützung erstellt am 26.09.2026, kann Fehler enthalten.

Änderung oder Fehler melden

Etwas hat sich geändert oder eine Angabe stimmt nicht? Eine kurze Nachricht an die Redaktion genügt.

Die Nachricht geht per E-Mail an die Redaktion dieser Website. Die E-Mail-Adresse wird nur für Rückfragen verwendet. Datenschutzerklärung