Moin zusammen,
nach jahrelangen Solo-Trips überlege ich zum ersten Mal einen klassischen Coast-to-Coast-Roadtrip - allerdings mit Familie. Meine Schwester plant für Mai nächstes Jahr 3 Wochen LA nach New York mit ihren beiden Kindern (6 und 9 Jahre). Sie hat mich um ehrliche Einschätzung gebeten, nachdem sie überall nur diese Instagram-perfekten Berichte liest.
Ich kenne die Strecke solo, aber mit Kindern? Das sind über 4.000 km, selbst mit Umwegen. Täglich 4-6 Stunden im Auto, ständig neue Hotels, Zeitzonenwechsel... Klingt eher nach Stress-Marathon als Erholungsurlaub.
Auf der anderen Seite: Grand Canyon, Monument Valley, Route 66 - das sind schon Sachen, die Kinder prägen können. Aber rechtfertigt das wirklich diesen Aufwand?
Hat jemand sowas mit Kindern gemacht? Wie waren die ehrlichen Erfahrungen? Oder sollte man bei dem Alter besser bei 1-2 Regionen bleiben und das richtig auskosten?
Bin für realistische Einschätzungen dankbar, nicht für die üblichen 'wird schon toll'-Phrasen.
Moin,
aus beruflicher Sicht mit ständigen Hotelwechseln kann ich dir nur abraten. 3 Wochen, 20+ verschiedene Unterkünfte mit Kids? Das wird zur Tortur. Ich mache das zwar beruflich, aber alleine und mit Routine.
Kinder brauchen Konstanz, nicht jeden Tag neues Kofferpacken und "wo ist mein Kuscheltier?". Von den Fahrzeiten mal ganz abgesehen - 6h im Auto mit einem 6-Jährigen ist die Hölle, egal wie toll der Grand Canyon ist.
Mein Tipp aus der Praxis: Teilt die Strecke auf mehrere Jahre auf. Dieses Jahr Südwesten (LA, Vegas, Grand Canyon), nächstes Jahr Mittlerer Westen, dann Ostküste. Oder bleibt gleich regional und bucht zentrale Basen für 4-5 Tage. So haben die Kids Zeit anzukommen und ihr müsst nicht jeden Morgen Koffer schleppen.
Die Instagram-Romantik vom Coast-to-Coast-Trip ist was für Erwachsene ohne Zeitdruck. Mit Kids unter 10 wirds eher zur Belastungsprobe für alle Beteiligten.