Hallo zusammen! Ich bin nach einer langen Pause wieder dabei und plane gerade meinen ersten größeren Urlaub seit fast zehn Jahren. Australien hat mich schon immer fasziniert und Uluru steht ganz oben auf meiner Liste – dieses riesige rote Ding mitten im Nichts, das hat einfach was magisches.
Jetzt lese ich aber überall, dass man da super aufpassen muss wie man sich verhält. Der Aufstieg ist ja anscheinend seit 2019 verboten, das wusste ich noch. Aber was ist noch alles zu beachten? Darf man überhaupt überall fotografieren? Gibt es bestimmte Stellen die tabu sind? Ich hab gelesen dass es heilige Bereiche gibt die man nicht betreten darf, aber wo genau die sind ist mir noch nicht ganz klar.
Ich plane mit Mietwagen durch die Region zu fahren und wollte eigentlich zwei Nächte im Ayers Rock Resort bleiben – gibt's da All-inclusive-Optionen oder Halbpension zumindest? Denn so ein langer Tag draußen in der Hitze und dann abends nochmal in die Stadt fahren zum Essen, das ist mir ehrlich gesagt zu viel.
Auch die Hitze macht mir ein bisschen Sorgen – wir reden ja von Juli, also australischem Winter, aber trotzdem... wie heiß wird es da wirklich? Und gibt es Dinge die man dort nicht tun sollte, die viele Touristen einfach aus Unwissenheit machen?
Freue mich auf eure Erfahrungen! Sabine
Ich war im letzten Herbst dort, also nicht Juli, aber ein paar Sachen gelten immer. Der Uluru-Kata-Tjuta-Nationalpark hat klare Regeln und die werden auch kontrolliert. Kurz zusammengefasst:
Erste Grundregel: Kein Betreten der ausgewiesenen Sperrgebiete, die sind auf der offiziellen Karte eingezeichnet und auch vor Ort ausgeschildert. Es gibt Pfade rund um den Uluru (der Base Walk ist ca. 10 km) – die sind völlig problemlos.
Zweite Sache: Fotografieren. Es gibt bestimmte Stellen wo Fotos den Anangu (das sind die traditionellen Eigentümer) nicht recht sind. Das ist keine Vorschrift im rechtlichen Sinne, aber es steht auf Schildern und du solltest es respektieren. Wenn du nicht sicher bist, lieber fragen oder weglassen.
Zur Hitze im Juli: Tagsüber kann es trotzdem 25-30 Grad werden, morgens und abends ist es aber richtig frisch, manchmal unter 10 Grad. Unbedingt Schichten einpacken.
Das Resort hat verschiedene Unterkünfte und Restaurants. All-inclusive im klassischen Sinne gibt es dort glaube ich nicht, aber du kannst Halbpension dazubuchen. Lohnt sich, da du sonst wirklich nirgends hinfahren kannst zum Essen.
Liebe Sabine, ich habe mich aus wissenschaftlicher Neugier schon recht intensiv mit der Tjukurpa beschäftigt – das ist das spirituelle Glaubenssystem der Anangu, das quasi die Grundlage aller Regeln rund um Uluru bildet. Es ist kein bloßer Aberglaube sondern ein hochkomplexes kulturelles System, das Recht, Ethik, Geschichte und Kosmologie verbindet.
Aus dieser Perspektive möchte ich ergänzen: Es gibt Überlieferungen und Zeremonien die nur für Männer oder nur für Frauen zugänglich sind – entsprechend gibt es auch getrennte Schutzbereiche. Das erklärt warum manche Abschnitte des Felsens und der Umgebung für alle Besucher gesperrt sind. Es ist keine willkürliche Einschränkung.
Die Anangu haben außerdem klar gesagt dass sie den Aufstieg zwar nicht mehr verbieten konnten (bis 2019 war das rechtlich kompliziert), aber immer dagegen waren. Das sollte man im Hinterkopf haben, auch wenn das Klettern jetzt ohnehin nicht mehr erlaubt ist.
Ich würde empfehlen das Kulturzentrum im Park zu besuchen – das ist wirklich sehr gut gemacht und gibt einem einen ehrlichen Einblick. Für mich war das fast interessanter als der Felsen selbst.
Zur Einreise nach Australien kurz: Du brauchst als Deutsche entweder ein ETA (Electronic Travel Authority, online beantragbar, recht unkompliziert) oder ein normales Visum. Das ETA kostet ca. 20 AUD Bearbeitungsgebühr. Rechtzeitig beantragen, in der Regel aber innerhalb von Minuten genehmigt.
Zur eigentlichen Frage: Was viele nicht wissen ist dass Fotos von bestimmten Stellen zwar nicht verboten werden können, die Anangu aber darum bitten sie nicht zu veröffentlichen – auch nicht in sozialen Medien. Das betrifft vor allem bestimmte Felsformationen und zeremonielle Bereiche. Steht auch auf Schildern, aber halt klein. Das ist so ein typischer Fall wo man rechtlich nichts falsch macht aber trotzdem respektlos handeln kann.
Und zum Thema All-inclusive: Das gibts dort im klassischen Sinne echt nicht. Das Resort ist gut aber auch relativ teuer für das was man bekommt. Realistisch einplanen.
Ehrlich gesagt bin ich kein Uluru-Experte, ich bin eher in ganz anderen Locations unterwegs 😄 Aber ich war 2019 kurz in der Region auf dem Weg von Adelaide nach Darwin und hab den Sonnenuntergang am Uluru mitgemacht. Das war selbst für jemanden wie mich beeindruckend, und ich steh normalerweise mehr auf Stadtleben.
Zum Fotografieren: es gibt Schilder die klar kennzeichnen wo keine Fotos erlaubt sind, da musst du dich einfach dran halten. Die stehen wirklich überall und sind nicht zu übersehen. Ich hab kurz mal gedacht ich ignorier das weil das Motiv so schön war – hab's dann doch gelassen, und das war auch gut so.
Das Resort ist die einzige vernünftige Option dort, da gibt es auch Restaurants und Buffet-Abende, also keine Angst dass du verhungern musst. Weit und breit nix anderes.