Hallo zusammen, bin nach langer Pause mal wieder hier – das Forum hat sich kaum verändert, schön! Ich plane gerade eigentlich meinen Umzug nach Portugal, aber zwischendurch gibt es noch eine größere Reise: Im Juli/August geht es für sechs Wochen durch Australien, schwerpunktmäßig Outback und Red Centre.
Mein Sohn hat mir seine Drohne überlassen (DJI Mini 3, unter 250g) und ich würde sie gerne mitnehmen für ein paar Luftaufnahmen – so Sonnenuntergänge über dem roten Sand, Uluru aus der Distanz, das übliche Zeug halt.
Jetzt habe ich aber gelesen, dass Australien da ganz eigene Regeln hat, und ich blick da ehrlich gesagt nicht mehr durch. Konkret interessiert mich:
- Brauche ich eine Genehmigung als Ausländer?
- Was gilt speziell fürs Outback, also außerhalb von Nationalparks? Ich weiß, dass z.B. Nationalparks eine andere Baustelle sind.
- Gilt die 250g-Grenze in Australien ähnlich wie in Europa?
- Gibt es bestimmte Gebiete (indigenous land, Militärsperrgebiete etc.) wo man komplett die Finger lassen sollte?
Ich bin kein erfahrener Drohnen-Pilot, hab die Dinger vielleicht 10 Mal in der Luft gehabt. Falls das alles zu kompliziert ist, lasse ich sie einfach daheim – aber wenn es unkompliziert geht, wäre das natürlich super.
Danke für jeden Hinweis!
Das Thema ist tatsächlich etwas komplexer, aber mit etwas Vorbereitung gut handhabbar. Die australische Luftfahrtbehörde heißt CASA (Civil Aviation Safety Authority) und hat klare Regeln veröffentlicht.
Kurz zusammengefasst: Für Drohnen unter 250g gelten in Australien deutlich entspanntere Regeln als für schwerere Geräte – das ist ähnlich wie in der EU. Als Freizeitpilot ohne kommerzielle Absichten brauchst du keine CASA-Registrierung, wenn du unter 250g bleibst und dich an die Standardregeln hältst (Sichtlinie, max. 120m Höhe, nicht über Menschenansammlungen, Abstand zu Flughäfen etc.).
Was aber UNBEDINGT zu beachten ist: Indigenous Land und Nationalparks sind tatsächlich eigene Kategorien. Rund um Uluru gilt ein striktes Verbot – nicht nur im eigenen Nationalpark, sondern der gesamte Bereich gilt als heiliges Land der Anangu. Das ist kein formeller Luftraum, aber eine Frage des Respekts und auch lokaler Regelungen. Ich würde das sehr ernst nehmen.
Empfehlung: Schau dir die CASA-Website an und lade dir die App "OpenSky" herunter – die zeigt No-Fly-Zones in Echtzeit. Für abgelegene Outback-Regionen fernab von Nationalparks ist es meist unkompliziert, solange du die Standardregeln einhältst. Aber bitte vorher recherchieren, nicht nachher.
Ich hab mich letztes Jahr intensiv mit Drohnengesetzen beschäftigt, weil ich für Griechenland nachgeforscht hatte – das war auch nicht trivial. Australien ist da ähnlich strukturiert, aber die Behörde CASA ist deutlich transparenter und die Website wirklich gut aufgebaut.
Was ich als Ergänzung beitragen kann: Schau dir unbedingt die Kategorie "Remote Pilot" vs. "Excluded" an auf der CASA-Seite. Deine Mini 3 unter 250g fällt in die "Excluded"-Kategorie, was bedeutet vereinfachte Regeln – aber NICHT keine Regeln.
Ein praktischer Tipp aus meiner Projekt-Erfahrung: Drucke die relevanten CASA-Regeln aus, bevor du ins Outback fährst. Mobilfunk und Internet sind dort teilweise tagelang weg. Du willst nicht offline auf einer Behörden-Website nach Infos suchen müssen.
Ich hab mich vor kurzem wegen Mykonos mit ähnlichen Drohnen-Fragen beschäftigt (hatte da in einem anderen Thread dazu geschrieben), aber Australien ist nochmal ein anderes Kaliber.
Was ich aus meinen Recherchen für Luxus-Lodges im Outback mitgenommen habe: Viele der höherklassigen Unterkünfte in der Region haben eigene Regelungen und teilweise sogar Guides, die Gäste bei Foto-Expeditionen begleiten. Die wissen dann auch genau, wo Drohnen ok sind. Falls du in entsprechende Unterkünfte planst – einfach dort direkt anfragen, die haben das oft parat.
Ich war letztes Jahr im Outback mit meiner Kamera unterwegs und hab ähnliche Fragen gehabt. Zu den Indigenous Land-Gebieten möchte ich noch konkret ergänzen: In vielen dieser Gebiete brauchst du schon für die Durchfahrt eine Genehmigung ("Aboriginal Land Trust Permit"), die du im Voraus beantragen musst. Das hat nichts mit Drohnen zu tun, gilt aber dann natürlich erst recht fürs Fliegen.
Uluru-Umgebung: Kein Drohnenfliegen. Punkt. Nicht verhandeln, nicht "kurz testen". Die lokalen Ranger nehmen das sehr ernst und ich hab selbst gesehen wie jemand des Platzes verwiesen wurde.
Für die wirklich abgelegenen Outback-Gebiete ohne Schutzstatus ist die Lage entspannter, aber ich hab zu Nationalparkgenehmigungen allgemein schon mal was geschrieben: Nationalpark-Genehmigungen Australien – das betrifft zwar nicht direkt Drohnen, aber der Kontext hilft zu verstehen wie Australien grundsätzlich mit dem Thema Genehmigungen umgeht.