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Kanufahren im Algonquin Park: Welches Schwierigkeitsniveau?

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T.Weber
Beiträge: 6
Themenstarter
(@t-weber)
Active Member
Beigetreten: Vor 2 Monaten
[#73]

Hallo zusammen,

normalement beschäftige ich mich hier eher mit Visa-Themen und digitalen Reise-Tools, aber diesmal plane ich etwas völlig anderes: Ich würde im Juli gerne den Algonquin Provincial Park in Ontario erkunden und dabei auch Kanu fahren. Das klingt nach einer tollen Abwechslung zum Strandurlaub.

Mein Problem: Ich habe so gut wie keine Erfahrung mit Kanu fahren. Ich war vielleicht zwei- oder dreimal auf einem ruhigen See in Deutschland im Kanu, aber das war wirklich nur Freizeitpaddeln ohne jegliche Strömung oder Hindernisse. Portagen kenne ich nur dem Begriff nach.

Nun habe ich gelesen, dass es im Algonquin Park sowohl für Anfänger als auch für Fortgeschrittene Routen gibt. Aber ich bin mir ehrlich gesagt nicht sicher, wie ich das einschätzen soll. Was bedeuten die Schwierigkeitsgrade da konkret? Sind die Stromschnellen auf den einfacheren Routen wirklich gefährlich, oder kann man die notfalls umtragen? Und wie realistisch ist es, als kompletter Neuling ohne Guide dort reinzugehen?

Ich hätte grundsätzlich 5-6 Tage Zeit und würde das gerne als Solo-Trip angehen. Equipment würde ich vor Ort mieten. Habt ihr da Erfahrungen? Wie habt ihr euren ersten Kantrip dort erlebt, und worauf sollte ich als Anfänger besonders achten?


2 Antworten
Marco-Santini
Beiträge: 5
(@marco-santini)
Active Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

Algonquin kenne ich nicht aus eigener Erfahrung, Kanada ist nicht so mein Terrain. Aber vom Prinzip her würde ich sagen: Solo-Backcountry-Kanu als blutiger Anfänger und das gleich für 5-6 Tage – das klingt sportlich. Ich bin eher jemand, der zuerst klein anfängt, z.B. eine Tagesroute mit einem lokalen Guide macht, bevor man sich ins Backcountry wagt. Die Portagen sind oft das unterschätzte Problem, nicht die Wasserstrecken selbst. Mit schwerem Gepäck mehrere hundert Meter durch den Wald schleppen macht keinen Spaß wenn man das nicht kennt. Ich würde an deiner Stelle wenigstens einen halben Tag Einführungskurs bei einem der Outfitter vor Ort buchen, die haben das in der Regel im Angebot. Dann weißt du auch besser, was dich auf der Route erwartet.


Antwort
Dieter S.
Beiträge: 10
(@dieter-sommer)
Active Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

Ich war 2019 im Algonquin, also kann ich da was dazu sagen. Marco hat recht, die Portagen werden massiv unterschätzt. Aber ich würde der pauschalen Skepsis gegenüber Solo-Trips nicht ganz zustimmen – es kommt halt auf die Routenwahl an.

Die Einstiegsrouten rund um den Canoe Lake oder den Access Point 5 sind wirklich für Anfänger gemacht. Da gibt es kaum Wildwasser, eher ruhige Seen mit kurzen Portagen. Die Schwierigkeitsgrade im Algonquin beziehen sich primär auf die Länge und Anzahl der Portagen, weniger auf Wildwasser-Techniken. Kanalabschnitte mit echten Stromschnellen sind klar als solche ausgeschildert und werden von Anfängern standardmäßig umtragen, das ist keine Schande.

Was du wirklich brauchst: einen Kompass, eine Papier-Topokarte vom Outfitter, und du solltest schwimmen können. Das klingt banal aber ich hab Leute getroffen die keines von beidem hatten. Solo ist möglich, aber meld dich vorher beim Park an, die wollen beim Backcountry-Permit wissen wann du zurückkommst. Das ist kein Bürokratie-Unsinn sondern macht Sinn.


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