Hi Leute,
plane gerade meine erste große Fernreise nach Vietnam und Kambodscha für September. Überall lese ich, dass man sich unbedingt einen Lonely Planet oder Rough Guide holen soll - kostet aber locker 35-40€ pro Land.
Ich versteh ehrlich gesagt nicht, warum ich so viel Geld ausgeben soll, wenn ich doch alles online finde? Wikivoyage ist kostenlos, Google Maps zeigt mir alle Restaurants und Hotels, Tripadvisor hat Bewertungen und in Facebook-Gruppen kriegt man aktuelle Tipps von anderen Backpackern.
Klar, die Bücher sind schön gemacht und man kann offline lesen, aber für 70-80€ könnte ich mir auch drei Nächte mehr im Hostel leisten. Als Student zählt halt jeder Euro.
Bin ich da zu geizig oder haben die analogen Reiseführer wirklich noch Vorteile, die das Geld rechtfertigen? Und falls ja - welche? Die Karten kann ich auch offline auf Maps.me runterladen.
Wie macht ihr das bei euren Fernreisen?
Muss hier mal eine andere Sicht einbringen. Reise seit über 30 Jahren durch Asien und schwöre nach wie vor auf gedruckte Reiseführer.
Das Problem mit Online-Infos ist die Informationsflut. Du verbringst Stunden damit, Bewertungen zu vergleichen und weißt trotzdem nicht, ob die stimmen. Fake-Reviews sind ein riesiges Problem geworden.
Ein guter Reiseführer ist kuratiert - die Autoren haben jahrelange Erfahrung und filtern das Wichtige raus. Du sparst dir vor Ort viel Zeit und Nerven. Außerdem gibt's Hintergrundinfos zur Geschichte und Kultur, die du online so nicht findest.
35€ für einen LP sind gut investiert, wenn du dadurch auch nur eine Tourist-Falle vermeidest oder ein tolles verstecktes Restaurant findest. Das hast du schnell wieder drin.
Also ich war letztes Jahr in Vietnam und hab komplett ohne Reiseführer gemacht - nur mit Smartphone. Hat super funktioniert!
Facebook-Gruppen wie 'Backpacking Vietnam' oder 'Budget Travel Southeast Asia' sind viel aktueller als jedes Buch. Da kriegst du Tipps von Leuten, die gerade vor Ort sind. Und Google Translate hilft bei der Verständigung besser als jeder Sprachführer.
Das einzige Problem: Wenn der Akku leer ist oder du kein Netz hast, stehst du dumm da. Hab mir deshalb immer Screenshots von wichtigen Infos gemacht und ne Powerbank mitgenommen.
Verstehe dein Dilemma total! Hab bei einem ähnlichen Thread schon mal drüber diskutiert.
Der Punkt ist: Online-Infos sind oft oberflächlich oder veraltet. Bei Wikivoyage fehlen häufig die Details, die du vor Ort brauchst - welcher Bus fährt wann, wo gibt's saubere Toiletten, welche Viertel sollte man meiden. Lonely Planet hat halt Leute vor Ort, die das alles checken.
Außerdem funktioniert Internet nicht überall zuverlässig. In abgelegenen Gebieten in Vietnam oder Kambodscha kann dein Datenvolumen schnell weg sein. Ein Buch ist dann Gold wert.
Alternative: Kauf dir einen gebrauchten LP auf eBay für 15-20€. Die sind meist nur 1-2 Jahre alt und völlig ausreichend. Oder leih dir einen in der Stadtbücherei aus und kopier dir die wichtigsten Seiten.