Hey zusammen,
ich bin gerade dabei, meinen nächsten Langzeitaufenthalt in Japan zu planen – voraussichtlich ab August für 2-3 Monate, hauptsächlich Tokio und Osaka als Base für Remote Work. Als Digital Nomad bin ich einiges gewohnt, was Sprachbarrieren angeht, aber Japan ist da noch mal eine eigene Kategorie. Kanji, Hiragana, Katakana – ich steige da ohne Vorkenntnisse komplett durch.
Meine konkrete Frage: Welche Übersetzungs-Apps haben sich bei euch im Alltag tatsächlich bewährt? Ich meine nicht die Touristenmomente, sondern die echten Situationen: Vertragsunterlagen fürs Coworking-Space unterschreiben, Konversation mit Vermietern oder einfach in einem Restaurant, das kein englisches Menü hat.
Google Translate ist klar, aber mir ist aufgefallen, dass die Kameraübersetzung bei handgeschriebenem Text oder älteren Schildern öfter versagt. Kennt jemand bessere Alternativen – Papago, DeepL, iTranslate? Und funktioniert das Offline zuverlässig, falls die SIM mal hängt?
Bonus-Frage: Hat jemand Erfahrung damit, ob japanische Coworking-Betreiber generell Englisch sprechen, oder brauche ich da wirklich eine App als Übersetzer für die erste Kontaktaufnahme?
Freue mich auf eure Erfahrungen!
Hallo Marco,
ich bin zwar keine Digital Nomad, aber ich war letztes Jahr für drei Wochen in Japan und hatte ähnliche Bedenken. Ich hatte bei meiner Vietnam-Reise schon gemerkt, dass man mit Übersetzungs-Apps oft nur halb so weit kommt wie erhofft.
In Japan hat sich für mich Google Translate mit der Kamerafunktion trotzdem am besten geschlagen – aber nur wenn man vorher die japanischen Sprachpakete offline herunterlädt. Bei Restaurantmenüs lief das erstaunlich gut, bei älteren handgeschriebenen Speisekarten weniger. Papago (von Naver, also einem koreanisch-japanischen Anbieter) haben mir mehrere Leute vor Ort empfohlen – die sollen bei Japanisch angeblich besser sein als Google. Habe es selbst aber kaum genutzt.
Was ich wirklich unterschätzt habe: Viele Japaner sind sehr bemüht zu helfen, auch ohne gemeinsame Sprache. Mit ein bisschen Geduld und Gesten kommt man oft weiter als gedacht. Für Vertragsunterlagen würde ich aber auf keinen Fall einer App alleine vertrauen – da würde ich mir lieber jemanden suchen der wirklich Japanisch spricht.
Papago. Punkt. In Asien klar besser als Google Translate für japanisch-englische Übersetzungen, weil der Algorithmus auf asiatische Sprachpaare spezialisiert ist. Offline-Paket vorher laden, dann klappt's auch ohne SIM.
Mit Japan kenne ich mich nicht aus, aber zu dem App-Thema allgemein: Ich habe beim Reisen durch verschiedene Länder (meist auf Hunde-Verträglichkeit geachtet, andere Baustelle) gelernt, dass man offline-Pakete IMMER vorab laden sollte. In Japan speziell soll die Netzabdeckung aber eigentlich sehr gut sein, also vielleicht weniger ein Problem als anderswo. Für deine Coworking-Frage tippe ich auf Englisch kein Thema in den großen Städten – da würde ich mir keine Gedanken machen.
Ich war noch nicht in Japan, also kann ich nicht aus eigener Erfahrung berichten. Aber ich habe das Thema Apps für Sprachbarrieren gut im Blick, weil ich oft in Länder fahre wo ich die Sprache nicht spreche.
Was ich sagen kann: DeepL hat sich für mich als Textübersetzer generell am zuverlässigsten erwiesen, aber die Kamerafunktion ist da deutlich schwächer als bei Google Translate. Für handgeschriebene Texte kenne ich eigentlich keine App die das wirklich gut löst.
Für Japan speziell habe ich in Reiseberichten öfter "Japanese" (früher imiwa) gelesen – das ist eher ein Wörterbuch als ein Übersetzer, aber gut für Kontextverständnis. Und für Restaurantsituationen schwören manche auf die App "Yomiwa" speziell fürs Lesen von Kanji. Die soll im Vergelich zu Google bei handschriftlichem Text besser abschneiden. Wäre vielleicht einen Blick wert?