Hallo zusammen,
ich bin eigentlich ein Bergmensch durch und durch – Alpen, Hütten, Gipfel, das ist meine Welt. Aber meine Frau möchte 2026 im Frühjahr unbedingt mal auf die Kanaren, Teneriffa oder Gran Canaria, und ich bin dabei natürlich gerne dabei. Jetzt lese ich aber seit Monaten immer mehr über die Massentourismus-Proteste dort – Demonstrationen, Aktionen gegen Hotels, zum Teil auch direkte Konfrontationen mit Touristen. Das macht mir ehrlich gesagt ein bisschen Sorgen.
Meine Frage: Wie realistisch ist das Risiko für normale Urlauber, da in irgendwas hineinzugeraten? Ich rede nicht von ein paar Transparenten am Straßenrand, sondern von Situationen, die wirklich unangenehm oder gar gefährlich werden könnten. Muss man bestimmte Gebiete oder Hotels meiden? Und hat jemand eine Einschätzung, ob das 2026 eher besser oder schlimmer wird – oder ist das gerade im Sommer besonders angespannt?
Ich kenne das von alpinen Regionen, dass Overtourism auch dort ein immer größeres Thema wird, aber die Proteste auf den Kanaren scheinen doch nochmal eine andere Dimension zu haben. Vielleicht gibt es hier Leute mit aktuelleren Erfahrungen oder Einschätzungen? Wäre für jeden Hinweis dankbar, auch was Alternativinseln angeht – La Palma oder La Gomera wurden ja auch schon mal erwähnt in dem Zusammenhang.
Ich bin zwar eher in Richtung Tansania und Sansibar unterwegs als auf den Kanaren, aber gerade weil ich viel in Regionen reise wo Tourismus und Einheimische in Spannung stehen, finde ich das Thema wichtig. Auf Sansibar erlebt man ähnliche Dynamiken – zuviel Tourismus in zu kurzer Zeit, Preise die für Einheimische explodieren, Verdrängung.
Mein ehrlicher Rat: Wenn ihr die Chance habt, lieber eine der kleineren Inseln in Betracht ziehen. La Gomera oder El Hierro haben eine ganz andere Atmosphäre – ruhiger, echter, und man hat als Besucher wirklich das Gefühl, willkommen zu sein. Das ist für mich persönlich inzwischen ein echtes Reisekriterium geworden.
Zu den Protesten selbst kann ich nix sagen, aber was Street Food und Märkte angeht: auf Teneriffa und Gran Canaria ist die lokale Foodszene in den letzten Jahren deutlich interessanter geworden – Mercados in Las Palmas zum Beispiel sind wirklich klasse. Was ich aber gemerkt hab: gerade dort, wo die Touristendichte extrem hoch ist, leidet die Authentizität massiv. Die Preise sind angepasst, die Märkte werden touristischer. Das ist für mich auch ein Indiz, dass das Verhältnis zwischen Tourismus und lokalem Leben da schon aus dem Gleichgewicht geraten ist. Insofern haben die Protestierenden inhaltlich nicht unrecht – auch wenn ich natürlich trotzdem hinfahre wenn ich will 😉
Hallo Markus,
als jemand, der viel durch Europa reist um Festivals und Kulturveranstaltungen zu besuchen, bin ich auf den Kanaren zwar kein Stammgast – aber ich war letztes Jahr auf Teneriffa für ein Musikfestival in Santa Cruz und hab die Stimmung dort durchaus wahrgenommen. Direkt betroffen war ich nicht, aber in Puerto de la Cruz gab es an einem Wochenende eine größere Demo, die man schon mitbekommen hat.
Grundsätzlich würde ich keine echte Reisewarnung daraus ableiten. Die Proteste richten sich gegen die Tourismuspolitik, nicht gegen einzelne Urlauber persönlich. Trotzdem empfehle ich, die Entwicklung im Auge zu behalten – die sozialen Spannungen dort sind real. Was ich gehört habe: La Gomera ist tatsächlich deutlich ruhiger und weniger überlaufen. Falls ihr flexibel seid, könnte das eine interessante Alternative sein, gerade wenn ihr nicht unbedingt Hotelpool-Urlaub plant.
Ich war Anfang des Jahres kurz auf Gran Canaria – nur 4 Tage zwischen zwei Projekten, wie immer. Von Protesten hab ich ehrlich gesagt kaum was mitbekommen, zumindest nicht in der Gegend um Maspalomas. Mag sein dass das woanders heftiger war. Für Kurztrips in gute Resorts würde ich mir da keine großen Sorgen machen, die Infrastruktur funktioniert. Aber ich versteh schon, dass man das im Blick haben sollte wenn man länger bleibt oder Städte erkundet.