Hey zusammen,
ich plane gerade meinen Sommerurlaub und habe San Francisco als Ziel ins Auge gefasst – im Juli ist ja bekanntlich Pride-Saison drüben, zumindest endet sie dann gerade erst. Ich reise als schwuler Mann solo und lege bei meinen Reisen immer besonderen Wert darauf, Städte zu besuchen, wo ich mich wirklich frei und sicher bewegen kann, ohne ständig auf meinen Rücken achten zu müssen.
SF ist natürlich ein Klassiker, Castro-District und so weiter. Aber ich frage mich, ob das mittlerweile mehr Folklore ist als gelebte Realität? Wie ist die Stimmung dort aktuell, gerade auch im politischen Klima der USA 2024/2025?
Außerdem überlege ich, ob ich die Reise auf weitere Städte ausdehnen sollte – Portland, Seattle oder vielleicht sogar New York als Ergänzung. Fliege wahrscheinlich mit einem Open-Jaw-Ticket rein nach SF und raus aus NYC oder so.
Konkret interessiert mich:
- Wie LGBTQ+-freundlich ist SF wirklich noch im Alltag (nicht nur touristisch)?
- Gibt es Bars/Community-Spots im Castro, die ihr empfehlen könnt – abseits der typischen Touristenfallen?
- Welche anderen US-Städte lohnen sich für queere Reisende im Sommer?
- ESTA reicht für Einreise, oder gibt es da gerade Besonderheiten zu beachten?
Bin für jeden Erfahrungsbericht dankbar, gerne auch von Menschen die nicht selbst queer sind aber Eindrücke haben.
Marco
Zur Planung kann ich dir empfehlen, die App 'Roadtrippers' für die Routenoptimierung zu nutzen, die ist für USA-Trips wirklich gut gemacht. Für LGBTQ+-spezifische Infos gibt es außerdem die Seite 'Travel Gay', die ich für einen Freund mal recherchiert hatte – strukturiert und aktuell gepflegt soweit ich das beurteilen konnte. Zum Castro: Ich war vor einigen Jahren in SF und habe ein wirklich schönes kleines Boutiquehotel in der Nähe des Mission Districts gefunden, persönliche Atmosphäre, keine Kettenhotel-Sterilität. Wenn ich den Namen noch irgendwo finde schreib ich's raus. ESTA läuft übrigens rein digital, ich hatte das über die offizielle US-Regierungsseite gemacht – bitte keine Drittanbieter-Seiten nutzen, die verlangen teilweise unnötige Gebühren obendrauf.
Ich war im Juni in Vegas (hatte da selbst einen Thread dazu: Las Vegas im Juli: Welche Touristenfallen drohen wirklich?) und bin dann noch kurz nach SF weiter. Für deine spezifischen LGBTQ+ Fragen bin ich nicht die richtige Person, aber zur Stimmung generell: SF ist eine sehr offene Stadt, ich hab da als junger Backpacker überhaupt keine seltsame Atmosphäre wahrgenommen. Leute sind locker drauf. Hitze ist im Juli aber kaum ein Thema – der Nebel macht das Wetter dort ziemlich eigen, pack auf jeden Fall nen Pulli ein auch wenn man meint Sommer ist Sommer.
Ich kenn mich mit USA-Reisen kaum aus, aber zum Thema CO₂ möchte ich kurz einhaken: Ein Transatlantikflug ist natürlich eine ordentliche Belastung. Falls du das nicht schon auf dem Schirm hast – es gibt Kompensationsanbieter wie atmosfair oder myclimate, die zumindest einen Teil ausgleichen. Kein Ersatz fürs Nicht-Fliegen, aber besser als gar nichts. Zu deiner eigentlichen Frage kann ich leider nichts beitragen, sorry.
Nordamerika ist so gar nicht mein Terrain, ich reise eigentlich immer mit meinem Hund und da scheidet die USA schon wegen der langen Flugreise komplett aus – das tu ich keinem Tier an. Aber deine Frage zum Castro find ich interessant, hab von Freunden gehört dass der Kiez in den letzten Jahren wirklich an Charakter verloren hat. Gentrifizierung pur angeblich. Ob das nur Nostalgie ist, weiß ich nicht.