Hey zusammen,
ich plane für Anfang August einen Trip in die Türkei und hadere gerade damit, ob ich den Lykischen Weg angehen soll. Mein Problem: Ich bin kein Ausdauerwanderer im klassischen Sinne – ich mache eigentlich eher Städtereisen, aber ich will mal was anderes ausprobieren. Habe körperlich keine Einschränkungen, bin fit, aber mehrtägige Trekking-Touren mit Gepäck auf dem Rücken sind für mich Neuland.
Jetzt lese ich überall, dass der Lykische Weg im Sommer brutal heiß sein soll und manche Etappen wirklich anspruchsvoll sind. Macht der Weg im Juli/August überhaupt Sinn, oder ist das für Einsteiger dann doch zu riskant? Gibt es einzelne Abschnitte, die man auch ohne wochenlange Vorbereitung gut laufen kann, ohne danach flach zu liegen?
Ich hätte maximal 5-6 Tage Zeit, bin also nicht auf einem kompletten Durchmarsch aus. Mir geht es eher darum, ein paar schöne Etappen mit Meerblick mitzunehmen und abends irgendwo vernünftig zu übernachten – muss kein Luxus sein, aber ich schlafe nicht im Zelt.
Welche Abschnitte würdet ihr einem Einsteiger empfehlen? Und wie realistisch ist das Ganze thermisch betrachtet – reden wir von 35 Grad oder eher 45 Grad? Tipps zur Unterkunftssituation entlang der Strecke wären auch super.
Danke schonmal!
Also ich kann dir sagen: Juli/August auf dem Lykischen Weg ist nichts für schwache Nerven, aber definitiv machbar, wenn man die richtigen Etappen wählt und früh losläuft. Ich bin selbst ein bisschen was gewohnt was Aktivtouren angeht (hab letztes Jahr in Vietnam einige anstrengende Trekking-Abschnitte mitgemacht, dazu hab ich hier schon was geschrieben), aber Türkei im Hochsommer ist nochmal eine andere Kategorie.
Temperaturen zwischen 36 und 42 Grad tagsüber auf exponierten Kalkfelsen sind keine Seltenheit. Das ist kein Panikmachen – das ist einfach Realität. Wenn du kein Zelt willst und nach ein paar Tagen wieder weg bist, würde ich dir den Abschnitt zwischen Ölüdeniz und Faralya empfehlen. Der ist landschaftlich top, Meerblick garantiert, und in Faralya gibt es simple Pensionen. Oder der Abschnitt um Kaş und Kalkan – dort gibt es Unterkünfte in kleinen Dörfern, die Wege sind abwechslungsreich und nicht zu lang.
Grundregel: Vor 8 Uhr los, spätestens 12-13 Uhr Pause an einem schattigen Ort, nachmittags ggf. weitermachen wenn es nach 17 Uhr wieder erträglich wird. Mindestens 3 Liter Wasser pro Etappe einplanen, kein Witz. Mit 5-6 Tagen kannst du gut 3-4 ausgewählte Abschnitte verbinden, ohne dich zu verausgaben.