Liebe Reisefreunde,
wir planen für Ende September einen Roadtrip entlang der amerikanischen Westküste – grob von San Francisco über Big Sur, Santa Barbara bis nach Los Angeles, etwa 10 bis 12 Tage. Mein Mann und ich reisen generell eher auf der gehobenen Seite und möchten gerne Kettenhotels komplett meiden. Mich interessieren wirklich kuratierte Boutique-Hotels mit erkennbarem Charakter, idealerweise mit anständigem Spa-Angebot oder zumindest gutem Wellness-Bereich.
In San Francisco selbst kenne ich mich noch einigermaßen aus – wir waren vor einigen Jahren im Kensington Park, das war ordentlich, aber für unsere Ansprüche inzwischen nicht mehr das Richtige. Entlang der Route 1 / Big Sur wird es schon schwieriger. Hat jemand konkrete Erfahrungen mit kleineren Häusern dort, vielleicht mit direktem Meerblick und gutem Restaurant? Ich frage deshalb, weil ich bei solchen Locations im Vorfeld immer sehr gründlich recherchiere – gerade Reservierungen für Restaurants mit langer Vorlaufzeit plane ich hier in der Regel 6–8 Wochen im Voraus.
Auch für Santa Barbara hätte ich gerne eine Einschätzung: Gibt es dort Boutique-Adressen, die wirklich über den Erwartungen liegen, oder ist das Angebot eher mittelmäßig?
Vielen Dank für ehrliche Einschätzungen – keine Hochglanzprospekt-Empfehlungen bitte!
Margit S.
Post Ranch Inn in Big Sur: schön, keine Frage. Aber die Preise sind inzwischen komplett jenseits von Gut und Böse und das Restaurant lebt mehr vom Ruf als von der aktuellen Küche. Würd ich kritisch hinterfragen bevor man da 6 Wochen vorher bucht.
Hallo Margit,
für Santa Barbara kann ich tatsächlich ein bisschen was beitragen – ich war letzten Herbst erstmals nach langer Reisepause wieder in den USA und hab das Belmond El Encanto besucht, zumindest das Restaurant. Das Haus selbst liegt oben auf dem Hügel mit Blick auf die Stadt, kleines feines Spa, überschaubares Boutique-Feeling. War kein klassisches Kettenhotel-Erlebnis, eher ruhig und ziemlich stilvoll. Das Frühstück auf der Terrasse war wirklich schön. Ob es Ihren Ansprüchen an Wellness vollständig genügt, kann ich nicht beurteilen – dafür kenne ich Ihre Referenzpunkte zu wenig.
Für Big Sur selbst bin ich zu wenig informiert, um seriös zu antworten. Aber generell: Ende September ist an der Westküste wetter-technisch oft angenehmer als der Hochsommer, das ist auf jeden Fall ein kluger Zeitpunkt.
Muss ich ehrlich sagen: Aus Hundebesitzer-Sicht ist Big Sur eine ziemlich harte Nuss, und ich vermute für Wellness-Tourismus sieht's ähnlich dünn aus. Das Post Ranch Inn wird immer wieder als das Nonplusultra dort gehandelt, aber keine Haustiere, sehr abgelegen, und die Restaurantreservierungen sollen Monate im Voraus nötig sein – nicht Wochen. Ich hab da selbst keine Direkterfahrung, weil ich mit dem Labrador solche Häuser grundsätzlich meide. Aber für das, was Sie beschreiben, dürfte es wohl das einzige wirklich relevante Haus in der Region sein. Vielleicht hilft das zumindest als Startpunkt.
Zur Planung selbst: Ich hab mich zuletzt viel mit Routing-Tools für die Route 1 beschäftigt – im Campervan-Thread hab ich das kurz angerissen. Was ich dabei gemerkt hab: Die Strecke San Francisco bis LA über Big Sur hat einige Abschnitte, die je nach Wetterlage und Straßenzustand kurzfristig gesperrt werden können. Das ist kein Spaß, wenn man teure Restaurantreservierungen hat und dann die Route nicht fährt. Würde ich bei der Planung im Hinterkopf behalten und ggf. alternative Zubringerrouten im Blick haben. Für die Unterkunfts-Recherche selbst nutze ich aktuell Roadtrippers Plus in Kombi mit Google Maps – die Detailfilter für Hotelkategorien sind allerdings bei Boutique-Häusern noch nicht ideal.