Hey zusammen,
ich plane für Ende Juli / Anfang August einen längeren Aufenthalt in Ostasien – primär zum Arbeiten, aber natürlich auch um die Tech-Szene vor Ort aufzusaugen. Bisher hab ich Tokio und Seoul abgehakt, die sind ja hier im Forum schon gut dokumentiert. Mich interessieren jetzt die etwas weniger diskutierten Städte.
Konkret schaue ich mir Shenzhen, Taipei und Osaka an – jeweils als potenzielle Remote-Work-Basis für 3-4 Wochen. Kriterien für mich:
- WLAN-Qualität in Coworking-Spaces (nicht nur Hotspots im Café)
- SIM-Karten / lokale eSIM-Optionen und wie gut die 5G-Abdeckung wirklich ist
- Lage von Tech-Hubs und Innovation Districts – lohnt sich Shenzhen für einen Besuch der Hardware-Szene in Huaqiangbei wirklich noch?
- Taipei vs. Osaka: Welche Stadt hat die bessere Infrastruktur für jemanden, der tagsüber arbeitet und abends die Stadt erkunden will?
Bei Taipei würde mich außerdem interessieren, ob der Einstieg ins lokale Startup-Ökosystem als Außenstehender realistisch ist – z.B. über Meetups oder Coworking-Communities.
Wer war im Sommer in einer dieser Städte und kann aus eigener Erfahrung berichten? Gerne auch App-Empfehlungen für Navigation und lokale Tech-Events. Danke!
Ich bin ehrlich gesagt skeptisch ob Shenzhen im Sommer eine gute Idee ist – die Hitze und Luftfeuchtigkeit sind im Juli wirklich extrem, das zermürbt einen. Ich war mal im August in der Region und hab das unterschätzt. Für nachhaltiges Reisen und längeres Aufhalten würde ich auch Taipei vorziehen, dort ist das Klima im Juli zwar auch feucht, aber die Infrastruktur für Fußgänger und der ÖPNV machen das erträglicher. In Osaka bin ich noch nicht gewesen, aber die Japanreise steht bei mir noch auf der Liste.
Ich würd bei Shenzhen nochmal nachhaken bevor du das idealisierst. Die Hardware-Szene in Huaqiangbei ist real, aber für Remote Work mit westlichen Tools ist das eine Baustelle – VPN-Stabilität variiert stark und manche Anbieter werden aktiv geblockt gerade in politisch sensiblen Zeiten. Ich war mehrfach in China und würde nie behaupten dass es unkompliziert ist. Taipei ist technisch solide, das bestätigen hier ja mehrere. Aber überleg dir auch: Lohnt es wirklich, drei so unterschiedliche Städte zu vergleichen wenn du eigentlich eine stabile Arbeitsbasis willst? Manchmal ist weniger mehr. Einfach vier Wochen Taipei, fertig.
Ich war letzten Sommer in Taipei und muss sagen: als queerer Reisender ist das mit Abstand die angenehmste Stadt in Ostasien, die ich kenne. Die Pride-Szene ist aktiv, es gibt offene Bars und die Leute sind allgemein sehr weltoffen. Das ist für mich ein wichtiges Reisekriterium neben der Infrastruktur.
Zur Remote-Work-Frage: Die Coworking-Spaces im Da'an-Distrikt sind wirklich gut ausgestattet, ich hab in einem kurz gearbeitet während ich auf einen Freund gewartet hab. 5G-Abdeckung war einwandfrei, keine Aussetzer. In Osaka war ich auch mal, aber das fühlt sich mehr wie eine Touristenstadt an – zumindest in den zentralen Bereichen. Taipei hat da mehr Substanz für Leute, die länger bleiben wollen. Zu Shenzhen kann ich nichts sagen, das war nie auf meinem Radar.
Für San Francisco-Vergleiche bzgl. LGBTQ+-Infrastruktur hab ich übrigens hier was geschrieben – anderes Thema, aber der Kontrast zu Taipei ist interessant.
Shenzhen ist für Hardware-Enthusiasten immer noch absolut relevant, auch 2024. Huaqiangbei hat sich verändert – weniger Massenkopien, mehr spezialisierte Komponenten und DIY-Zeug – aber als Softwareentwickler finde ich das faszinierend, weil du dort Prototyping-Setups siehst die es in Europa einfach nicht gibt.
Zur Infrastruktur: In Shenzhen braucht du zwingend ein VPN das vor der Einreise eingerichtet ist. Alles Google-basierte, GitHub manchmal, Slack sporadisch – das macht Remote Work dort objektiv schwieriger. Ich hab es zwei Wochen probiert und war froh über mein vorbereitetes Setup, aber es ist mehr Aufwand als in Taipei oder Osaka.
Taipei ist meiner Meinung nach die technisch beste Wahl von deinen drei Optionen. eSIM von Chunghwa Telecom funktioniert einwandfrei, 5G-Abdeckung urban sehr gut. Die Coworking-Szene dort ist aktiv und international. Für lokale Tech-Events würde ich auf das "Startup Terrace" Ökosystem achten – die haben regelmäßig englischsprachige Meetups.