Hallo zusammen,
ich plane gerade unseren Sommerurlaub für Anfang August 2026 und stehe vor einer Entscheidung, bei der ich echte Erfahrungen brauche – nicht die übliche Hochglanzbeschreibung aus Reisemagazinen.
Wir waren vor drei Jahren auf Mykonos und ehrlich gesagt war das eine ziemliche Ernüchterung. Die Preise haben uns geschockt (einfache Pasta für 28 Euro ist keine Seltenheit), die Strände sind von früh bis spät gestopft voll, und das Gefühl, irgendwo in Griechenland zu sein, kam eigentlich gar nicht auf. Es war eher eine Art teures Freilichtmuseum für Instagram-Touristinnen und –Touristen.
Jetzt überlegen wir, ob wir vielleicht zwei Inseln kombinieren – eine bekanntere und eine weniger bekannte. Wir sind zu zweit, Anfang 40, kein Luxusbudget aber auch nicht auf Backpacker-Niveau. Strand, gutes Essen, abends ein bisschen Atmosphäre – das reicht uns vollkommen.
Folgende Fragen beschäftigen mich:
- Sind Inseln wie Folegandros oder Sikinos wirklich noch ruhig, oder hat sich das in den letzten Jahren auch schon geändert?
- Wie ist die Fährverbindung zwischen kleineren Kykladen-Inseln im August, also eher zuverlässig oder ein Glücksspiel?
- Lohnt sich Naxos im August überhaupt noch oder ist die Nordküste mittlerweile auch überlaufen?
Freue mich auf konkrete Tipps, also gerne auch kritische Einschätzungen. Danke schon mal!
Folegandros kann ich aus eigener Erfahrung sehr empfehlen – war letzten September dort und es war tatsächlich noch angenehm überschaubar. Das Hauptdorf Chora hat echten Charakter, keine Partyszene, dafür gute Tavernen mit fairen Preisen. Allerdings muss ich dazu sagen: August ist eine ganz andere Nummer als September. Da wird selbst Folegandros merklich voller, weil mittlerweile viele Reisende genau diese "Geheimtipp"-Inseln ansteuern – der Geheimtipp hat sich leider herumgesprochen.
Sikinos kenne ich nur vom Hörensagen, aber von Leuten, denen ich vertraue, heißt es, dass dort die Fährverbindungen tatsächlich unregelmäßiger sind. Im August sollte das besser sein, aber ich würde die Verbindungen vorab gut prüfen.
Ich hatte ähnliche Überlegungen wie du, als ich zwischen zwei sehr unterschiedlichen Orten gewählt habe – am Ende hat das persönliche Gefühl vor Ort mehr gezählt als jede Vorabrecherche. Mein Tipp: kombiniere eine logistisch gut angebundene Insel wie Naxos als "Basis" mit einem Tagesausflug oder einer Nacht auf einer der kleinen Inseln. So hast du das Beste aus beiden Welten.
Zur Vollständigkeit: Ich kenn Griechenland nur aus zweiter Hand, bin eher in den Alpen unterwegs. Aber zur Frage "Overtourism umgehen": Das klappt auf den Kykladen im August grundsätzlich nur eingeschränkt. Wer Ruhe will, sollte entweder früh im Juni fahren oder deutlich abseits der bekannten Routen suchen – und dabei realistisch bleiben, was "abseits" im Jahr 2026 noch bedeutet.
Da muss ich Mia-Hoffmann ein bisschen widersprechen was Naxos als "Basis" angeht. Naxos ist im August zwar logistisch super angebunden, aber der Strand bei Agios Prokopios zum Beispiel – den kannst du Anfang August vergessen wenn du Ruhe suchst. Wirklich voll bis auf den letzten Platz.
Ich war letzten Sommer mit meiner Schwester dort (wir hatten ähnliche Erwartungen wie du) und haben uns dann spontan mehr ins Inselinnere zurückgezogen. Halki, das alte Hauptdorf, war wunderschön und da war kaum jemand. Die Strände im Norden der Insel, Richtung Apollonas, sind wesentlich leerer – da lohnt sich ein Mietwagen.
Folegandros im August: ja, voller als früher, aber immer noch deutlich angenehmer als Mykonos oder Santorin. Ich würd's trotzdem probieren, einfach die Erwartungen ein bisschen anpassen. Perfekter Karibikstrand wirds nicht, aber griechisches Flair mit echten Einheimischen – das gibts da noch.
Ich fliege beruflich viel und wenn ich Urlaub mache, will ich eigentlich genau das Gegenteil von dem, was mir Mykonos bieten würde. Deshalb bin ich für sowas vielleicht nicht der typische Strandtyp – aber zur Fährfrage kann ich was sagen.
Die großen Anbieter wie Seajets oder Blue Star Ferries sind im August grundsätzlich zuverlässig, aber ausgebucht. Das ist das eigentliche Problem. Wer die Tickets nicht Wochen im Voraus gebucht hat, steht schnell ohne Platz da oder muss teure Last-Minute-Optionen nehmen. Gerade für Verbindungen zwischen den kleineren Inseln (Folegandros, Sikinos, Kimolos) läuft vieles über einen einzigen täglichen Kurs – wenn der ausfällt oder voll ist, sitzt man fest.
Mein Rat: Fährtickets so früh wie möglich buchen, am besten sobald die Sommerfahrpläne online sind. Und immer Puffer einplanen, nie auf den letzten Kurs setzen wenn danach ein Rückflug kommt.