Hallo zusammen,
nach einigen Jahrzehnten auf Reisen habe ich Südostasien bisher immer in der Trockenzeit besucht – Thailand, Vietnam, Kambodscha, einmal Myanmar. Jetzt überlege ich, ob sich ein Trip im Juli trotz der Regenzeit lohnt oder ob man das besser sein lässt.
Mein Interesse gilt dabei weniger den überfüllten Touristenzentren. Phuket oder Koh Samui im Hochbetrieb – das muss nicht sein. Mich zieht es eher in Gegenden, die man nicht auf jedem Reiseblog findet. Nordthailand, das laotische Hochland, vielleicht der Norden Vietnams rund um Ha Giang – hat jemand Erfahrungen, wie sich diese Regionen im Sommer verhalten? Ist der Monsun dort wirklich so dramatisch wie befürchtet, oder sind das übertriebene Warnungen für Leute die nie vom asphaltierten Weg abweichen?
Mich interessiert auch die praktische Seite: Wie sieht es mit Straßenzustand und Erreichbarkeit abgelegener Orte aus? Gibt es Regionen, die man im Juli besser meidet, andere die vielleicht sogar besonders empfehlenswert sind weil der Massentourismus ausbleibt?
Freue mich über konkrete Tipps aus erster Hand – gerne auch die ungeschminkten Erfahrungen, nicht nur das was die Reiseveranstalter einem erzählen.
Klaus
Ich frag mich ehrlich gesagt immer, ob diese ganzen "abseits der Touristenströme"-Tipps nicht mittlerweile selbst zum Klischee geworden sind. Ha Giang ist seit ein paar Jahren in jedem zweiten Reiseblog, und ausgerechnet wer die Massen meidet, findet sich dann doch wieder mit zehn anderen Gleichgesinnten auf demselben Aussichtspunkt. Ich kenne das von meinen eigenen Recherchen – die Reisemagazine verkaufen Geheimtipps, die seit drei Jahren keiner mehr sind.
Das soll keine Kritik an dir sein, Klaus – aber vielleicht lohnt es sich, wirklich kleine Orte ohne Instagram-Präsenz anzusteuern statt die bekannten "Geheimtipps". Was die Märkte und das Alltagsleben angeht: Im Juli sind in vielen Regionen Südostasiens die lokalen Märkte und Dörfer deutlich authentischer weil der Tourismusbetrieb heruntergefahren ist. Das ist zumindest mein Eindruck aus Gesprächen. Selbst war ich noch nicht dort.
Hallo Klaus,
ehrlich gesagt bin ich kein Südostasien-Experte – mein Terrain ist eher die Alpenregion und europäische Routen. Aber ein Kumpel von mir ist letztes Jahr im August durch Nordthailand gefahren, auf einem Motorrad wohlgemerkt, und hat mir erzählt dass die Straßen rund um Pai und Mae Hong Son nach starken Regenfällen wirklich unberechenbar werden können. Schotter und Lehm kombiniert mit Steigungen – das ist selbst für erfahrene Fahrer eine Ansage. Also wenn du in abgelegene Bergregionen willst, würd ich das mit dem Straßenzustand wirklich ernst nehmen, nicht nur als Touristenwarnung abtun.
Ha Giang im Juli – da kann ich direkt was dazu sagen. Ich war vor zwei Jahren im Juni/Juli in Nordvietnam, unter anderem auf dem Ha Giang Loop. Die Landschaft ist in der Regenzeit atemberaubend grün, die Reisterrassen stehen voll im Wasser, das sieht fantastisch aus. Aber: Die Straßen dort sind teilweise wirklich heikel. Erdrutsche sind keine Seltenheit, und einzelne Passabschnitte können nach starken Regenfällen für Stunden oder länger gesperrt sein.
Was die Touristendichte angeht – da hast du Recht, es ist spürbar ruhiger als in der Trockenzeit. Die meisten Rucksacktouristen weichen dann aus. Wer das aushält, dass Pläne manchmal spontan umgeworfen werden, der wird mit beeindruckenden Bildern und weniger Gedränge belohnt.
Habe dazu übrigens auch im Vietnam-Aktivitäten-Thread was geschrieben, falls dich das noch interessiert.
Laos kenne ich leider kaum, da kann ich dir nicht viel sagen.