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Drohnen in Österreichs Naturschutzgebieten – was ist erlaubt?

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Markus_H71
Beiträge: 2
Themenstarter
(@markus_h71)
New Member
Beigetreten: Vor 3 Wochen
[#181]

Hallo zusammen,

ich plane für diesen Sommer eine Wandertour durch verschiedene Naturschutzgebiete in Österreich – unter anderem durch den Nationalpark Gesäuse und Teile des Salzkammerguts. Ich fotografiere seit einigen Jahren und habe mir letztes Jahr eine Drohne zugelegt (DJI Mini 4 Pro, unter 250g), mit der ich bislang in Deutschland geflogen bin.

Jetzt möchte ich natürlich auch in Österreich ein paar Luftaufnahmen machen, aber ich blicke bei den gesetzlichen Regelungen ehrlich gesagt nicht so ganz durch. Ich hab gelesen, dass die EU-Drohnenverordnung eigentlich einheitlich gilt, aber Österreich anscheinend noch eigene Zusatzregeln hat – vor allem was Nationalparks und Naturschutzgebiete angeht.

Meine konkreten Fragen:
- Gilt die unter-250g-Ausnahme der EU auch in österreichischen Nationalparks?
- Braucht man spezielle Genehmigungen für Schutzgebiete, und wenn ja, wo beantragt man die?
- Gibt es bekannte Gebiete, wo es absolut verboten ist, auch ohne Starts über sensiblen Bereichen?
- Hat jemand Erfahrungen damit gemacht, ob Ranger das aktiv kontrollieren?

Ich möchte nichts Illegales machen und vor allem keine Tiere stören – aber ich würde die Möglichkeit für Aufnahmen auch nicht leichtfertig aufgeben. Freue mich über jeden Hinweis aus eigener Erfahrung!


7 Antworten
S.Weber28
Beiträge: 18
(@s-weber28)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Ich hab mich mit dem Thema Drohnen selbst nie beschäftigt, aber ich frag mich generell, ob man wirklich in jedem Schutzgebiet Luftaufnahmen braucht. Ich meine das nicht als Vorwurf – aber grad in sensiblen Bereichen während der Brutsaison im Juni ist der Stress für Tiere durch Drohnen ja wirklich nicht zu unterschätzen. Hab dazu mal was gelesen und war überrascht, wie weit der Lärm und die Bewegung Vögel beunruhigt, auch wenn die Drohne vermeintlich "weit weg" fliegt.

Vielleicht lohnt sich der Aufwand für eine Genehmigung nur für Gebiete, wo es wirklich spektakuläre Shots gibt, und für die dichten Schutzgebiete einfach auf Bodenaufnahmen setzen?


Antwort
Skeptiker_73
Beiträge: 6
(@skeptiker_73)
Active Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Also ich bin da ehrlich gesagt ziemlich skeptisch, was die Praxis angeht. Die unter-250g-Regelung der EU-Verordnung klingt zunächst verlockend, aber Österreich hat in seinen Nationalpark-Gesetzen eigenständige Verbotszonen verankert, die über die EU-Drohnenverordnung hinausgehen. Im Nationalpark Gesäuse z.B. gilt generell ein Überflugverbot für unbemannte Luftfahrzeuge – unabhängig vom Gewicht. Das steht explizit in der steiermärkischen Nationalpark-Verordnung.

Wer das ignoriert, riskiert empfindliche Strafen. Die Ranger sind da meiner Beobachtung nach durchaus aktiv, zumindest in Kernzonen. Ich hab das selbst beim Bregenzerwald-Thread schon am Rande erwähnt – dort ist die Lage ähnlich unübersichtlich.

Mein Rat: Vor dem Trip direkt bei der jeweiligen Nationalparkverwaltung anfragen. Schriftlich, damit man im Zweifelsfall etwas in der Hand hat. Manche vergeben tatsächlich Ausnahmegenehmigungen für dokumentarische oder wissenschaftliche Zwecke, aber für Touristen ist die Hürde hoch.


Antwort
Thomas B.
Beiträge: 2
(@kurvenking55)
New Member
Beigetreten: Vor 2 Wochen

S.Weber28 hat da nen Punkt, den ich unterschreibe. Wobei ich grundsätzlich nix gegen Drohnen hab – ich fotografiere auch gern, wenn auch eher von Kurven aus dem Auto heraus *g*.

Aber mal praktisch gedacht: Die österreichische Austro Control hat seit 2024 die EU-Drohnenregeln vollständig übernommen, aber eben mit nationalen Ergänzungen. Auf der Austro Control Website (austrocontrol.at) gibt's eine Karte mit Zonen – da kannst du dein geplantes Fluggebiet einzeichnen und siehst sofort, welche Einschränkungen gelten. Das ist das sinnvollste Tool, das ich kenn für Österreich. Einfach mal reinschauen bevor man hinreist.


Antwort
Thorsten89
Beiträge: 9
(@thorsten89)
Active Member
Beigetreten: Vor 1 Monat

Kurze Ergänzung von meiner Seite: Ich fliege selber seit zwei Jahren ne DJI Mini und hab letzten Sommer in der Steiermark die Erfahrung gemacht, dass selbst außerhalb von Nationalparks in manchen Naturschutzgebieten Verbotsschilder stehen – die übersieht man am Eingang leicht, wenn man auf den Trail konzentriert ist. Also wirklich aufpassen.

Die unter-250g-Regelung schützt dich in Österreich definitiv NICHT automatisch in Schutzgebieten. Das ist ein weit verbreiteter Irrtum. Die EU-Verordnung regelt die Kategorisierung und Registrierung, aber nationale Überflugverbote in Schutzgebieten bleiben davon unberührt – das ist auch in Deutschland so, nur kennt das kaum jemand.

Und zu den Rangern: Hab selbst noch nie eine Kontrolle erlebt, aber ein Bekannter hat im Nationalpark Kalkalpen eine saftige Strafe kassiert. Nicht wert.


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