Hallo zusammen,
ich plane für Juli/August 2026 eine Rundreise durch Vietnam, ca. 4 Wochen, grob von Hanoi runter bis Ho-Chi-Minh-Stadt. Jetzt beschäftigt mich schon eine Weile die Frage: Mietmotorrad oder doch lieber auf öffentliche Verkehrsmittel setzen?
Ich bin kein Anfänger auf dem Motorrad, hab zuhause eine eigene Maschine und fahre gelegentlich auch längere Touren. Aber Vietnam im Sommer – das klingt nach Hitze ohne Ende, und ich frage mich, ob man das auf einem Motorrad wirklich genießen kann oder ob man nach 2 Stunden Fahrt nur noch halb tot ankommt. Die Temperaturen sollen ja teilweise über 35 Grad liegen, plus die Luftfeuchtigkeit.
Andererseits: Mit Bussen und Zügen bin ich natürlich flexibler was Gepäck angeht, sicherer vielleicht auch – aber verliere ich da nicht die Spontaneität, die ich mir von der Reise erhoffe? Also mal eben abbiegen wenn was Interessantes auftaucht, ohne an Buszeiten gebunden zu sein?
Mich interessiert auch, wie es mit den Straßen abseits der Hauptrouten aussieht – lohnt sich das Motorrad für die ländlichen Gebiete wirklich, oder sind die Straßen so schlecht, dass man das bereut?
Freue mich über Erfahrungen, gerade auch von Leuten die beide Varianten ausprobiert haben.
Kurz und knapp: Motorrad für die Highlights zwischen Da Nang und Hoi An, Hai Van Pass etc. – unbedingt. Für alles andere im Juli-Sommer lieber den Zug nehmen und die Energie für Abends aufheben. Beides zusammen ist eigentlich die einzig vernünftige Antwort auf deine Frage.
Da muss ich H.Breitmann oben ein bisschen widersprechen, zumindest was die Einschätzung zur Spontaneität angeht. Ich fahr selbst gerne individuell und spontan – aber Spontaneität geht auch per Bus oder Minivan. Gerade die Sleeper-Busse in Vietnam sind deutlich flexibler buchbar als viele denken, oft noch am selben Tag. Und du sitzt drin, hast AC, schläfst, und kommst erholt an.
Beim Motorrad gibts noch einen Punkt den ich vermisse in der Diskussion: Versicherung und was passiert wenn du stürzt. Im Juli auf nassen Straßen (Regenzeit im Süden!) ist das Risiko nicht trivial. Ich hab mir vor einiger Zeit bei einem Urlaub eine blöde Verletzung zugezogen – nicht auf dem Motorrad, aber das hat mich gelehrt dass man die medizinische Seite im Ausland nicht unterschätzen soll. Reiseversicherung mit Assistance ist bei Motorradreisen absolute Pflicht, und viele decken Motorräder nur unter bestimmten Bedingungen ab. Das würde ich vor der Entscheidung klären.
Ich hab mich mit dem Thema Reiseplanung in Südostasien schon länger beschäftigt – auch wenn meine eigenen Erfahrungen da noch überschaubar sind – und würde sagen: Es kommt sehr darauf an, was du wirklich willst. Das Motorrad gibt dir eine Freiheit, die mit keinem Reiseführer der Welt zu ersetzen ist. Du biegst ab, du hältst an, du folgst einem Feldweg. Das ist Vietnam wie es wirklich ist.
Aber der Hitzepunkt ist berechtigt. Im Juli im Süden und Zentralvietnam bist du wirklich am Limit. Viele Motorradreisende, die ich in Foren gelesen habe, starten dann sehr früh morgens – so 5 oder 6 Uhr – und sind gegen Mittag schon wieder am Zielort. So umgehst du die schlimmste Hitze. Das erfordert aber Disziplin und einen relativ klaren Tagesplan, was ein bisschen gegen die gewünschte Spontaneität arbeitet.
Busse und Züge sind auf der Hauptachse (Hanoi–Da Nang–HCMC) tatsächlich ordentlich ausgebaut. Der Nachtzug zum Beispiel ist eine reizvolle Option für lange Strecken. Kombinieren wäre vielleicht das Klügste: Hauptstrecken per Zug, Umgebungen per Mietroller.